Tauwürmer sammeln – Tipps und Tricks

Tauwürmer – der Klassiker unter den natürlichen Angelködern. Es gibt eigentlich keinen Angler, der nicht schon einmal einen verwendet und dann zu schätzen gelernt hat. Am Angeltag steht man dann aber oftmals vor einem Problem – woher bekommt man jetzt welche?

Da ist der Gang bzw. die Fahrt zum nächstgelegenen Angelladen meist die erstbeste Entscheidung, obwohl es auch einfacher geht und – definitiv billiger. Im Schnitt liegt eine Box mit kanadischen Tauwürmer (wenn die überhaupt aus Kanada stammen 😉) bei 2 bis 2,50 Euro. Wer auf Wels mit Tauwürmern angeln geht, weiß sicher, dass das keine billige Rechnung wird.

Auch in guten Aalnächten muss man schon mindestens 2 Boxen einplanen. Wir denken allerdings, dass man mit etwas Aufwand und Vorbereitung sich dieses „Kleingeld“ für wichtigere Investitionen sparen kann.

Was zeichnet Tauwürmer aus?

  • die bekannteste Art der einheimische Familie der Regenwürmer

  • 12 bis 30 cm lang – gut erkennbar am rotbraunen Kopf, der sich in ein blassgraues Ende fortsetzt

  • bevorzugt in Wiesen/ Gärten (v.a. Lehmboden) zu finden

  • ernährt sich zumeist von (abgestorbenen) Pflanzenresten

 

Tauwurm solo

Tauwurm solo

 

Warum ist der Tauwurm ein guter Köder?

  • er ist unter normalen Bedingungen stets verfügbar

  • verschiedene Größen lassen sich finden

  • er lässt sich lange aufbewahren

  • im Prinzip lassen sich alle Fischarten damit fangen

Wie findet man Tauwürmer ?

Tauwurm duo

Eine zwingende Bedingung, neben der Dunkelheit (mindestens 2 h nach Sonnenuntergang warten), ist das Vorhandensein von Feuchtigkeit. Ist es draußen zu trocken, werdet ihr sehr schlecht Tauwürmer finden. Prüft einfach vor Ort, ob das Gras und der Boden leicht feucht sind, auch wenn es nicht geregnet hat.

Das Ganze hängt hier auch von der Taupunkttemperatur ab, wobei sich bei Erreichen dieser Temperatur, die in der Luft vorhandene Feuchtigkeit auf Oberflächen, wie dem Boden oder auch dem Gras, niederschlägt. Beste Bedingungen herrschen nach längerem Regen, wenn die Würmer aufgrund des durchsickernden Regenwassers aus ihren Wohnröhren an die Oberfläche kriechen.

Hier liegen Sie z. T. zur Gänze draußen und lassen sich am einfachsten einsammeln. Selbst wenn es dann nebenbei noch leicht regnet, schadet dies nicht. Unserer Erfahrung nach ist der beste Boden der Lehmboden oder derjenige der in gut genutzten Gärten vorzufinden ist.

Dieser Boden speichert sehr gut die Feuchtigkeit und wird erst nach sehr langer Trockenheit oberflächennah steinhart.Bei sandigen Böden sind da die zuvor beschriebenen Bedingungen hilfreich, damit sich die Chancen auf eine erfolgreiche Tauwurmsuche erhöhen.

Weitere Tipps zum Sammeln von Tauwürmern

Wind ist grundsätzlich hinderlich, da er die Verdunstung an der Bodenobergrenze begünstigt. Besser ist es, wenn es zuvor länger geregnet hat, dann stört das die nachtaktiven Würmer weniger. Sollte es doch einmal windiger sein oder werden, empfehlen wir im Windschatten, z.B. an Hecken oder Bäumen zu suchen oder unter überhängenden Ästen.

Tauwurm duo

Interessante Abschnitte sind Moosflächen, nach denen man immer Ausschau halten sollte, da die Tauwürmer dort vermehrt fressen. Als Lichtquelle zum Suchen empfehlen wir Kopflampen mit mindestens 2 Einstellmöglichkeiten für die Helligkeit. Freie Hände sind für die Suche unverzichtbar.

Bei schwierigen Bedingungen (kaum Feuchte, Wind) sollte man ggf. auf Rotlicht zurückgreifen. Am wichtigsten ist allerdings die eigene Körperbeherrschung im Sinne einer gebückten, leichtfüßigen Fortbewegung, da Bodenerschütterung die Tauwürmer sofort vertreiben! Das ist zumeist der größte Anfängerfehler. Unterschätzt diesen Faktor nicht, aber mit ein wenig Übung gelingt es immer besser.

Tauwürmer richtig sammeln

Tauwürmer gesammelt in der Styroporbox

Wie schon zuvor beschrieben, ist das „Heranschleichen“ an den Tauwurm von enormer Bedeutung.  Am besten haltet ihr in einer Hand die Wurmbox, um die Würmer direkt zu verstauen. Die andere Hand ist sozusagen euer „Greifarm“. Führt wie beim Schreiben mit einem Füllfeder Daumen und Zeigefinger zusammen, so haltet ihr den Wurm anschließend fest im Griff.

Habt ihr einen Tauwurm ausfindig gemacht (der Kopf glitzert im Licht)  geht ihr mit dem Standbein in Stellung in einem solchen Abstand zum Tauwurm, dass man Ihn mit den Daumen und Zeigefinger des „Greifarms“ erreichen kann. Beugt euch langsam nach vorne ohne den Stand aufzugeben und auf den letzten max. 50 cm lasst ihr die Finger zum Wurm vorschnellen.

Behaltet dabei immer den Wurm mit dem rotbraunen (dunklerem) Kopf im Blick, bevor ihr ihn greift.  Zur Sicherheit empfehlen wir den Tauwurm mit einer Hand am sichtbaren Ende zu seiner Röhre festzuhalten und den Kopf mit der anderen Hand zu greifen. Zieht dann konstant und nehmt ggf. beide Hände zur Hilfe.

Sofern ihr zu sehr zieht, könnte der Wurm an einem seiner Segmente reißen. In der Regel tötet das den Wurm zwar noch nicht, aber ein ganzer Wurm ist ein besserer Wurm.

Wie bewahre ich die Tauwürmer am besten auf?

Unsere Lösungen:

  • in den alten, weißen Tauwurmboxen mit etwas Lehmboden (leicht feucht) und oben z.B. mit Moos als Abdeckung (Nahrung)

  • in einer größeren Styroporbox mit ausreichend Lehmboden und einem Bereich mit Pflanzenresten, wahlweise Moos, was nach spätestens 4 Wochen kontrolliert und ggf. ausgetauscht werden sollte

  • Feuchtigkeit, genereller Zustand sollte stets geprüft und tote Würmer in jedem Fall aussortiert werden

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