Erfolgreich angeln im Rhein und Rheinhafen – nur wie?

POV-Fishing ist am Rhein und Rheinhafen vor allem auf Raubfisch unterwegs. Aal, Hecht und Barsch sind unsere Zielfische. Wie uns das gelingt, und ob wir auch einmal einen Friedfisch fangen, verraten wir euch in diesem Folgeteil, damit auch in Zukunft tolle Fangbildern hier den Angelblog füllen.

Aalangeln am Rhein

Angeln im Rhein und Rheinhafen – eine Gegenüberstellung

Wasser über Wasser, dass waren und sind nach wie vor unsere Gedanken, wenn wir vor diesen beiden „Aufgaben“ stehen: Angeln am Rhein oder am Rheinhafen? Was spricht für den Rhein und was eher für den Rheinhafen – unsere Top 4 in der Übersicht!

Rhein:

  • artenreiches Fließgewässer

  • überschaubare Strukturen, die viele Angelmöglichkeiten bieten

  • das ganze Jahr beangelbar

  • meist schnell erreich- und beangelbar

 

Blick auf eine Rheinbuhne

Rheinbuhne

Rheinhafen:

  • je nach Größe geringere Fließgeschwindigkeit bis nahezu stehend

  • viele, teils schwer einzuschätzende Strukturen (teils industrielle Schwimmbagger)

  • Rückzugs- und Brutgebiet für die meisten Fischarten aus dem Hauptstrom

  • je nach Lage vor Ort schlechter erreichbar, begrenzte Zahl an Angelstellen

 

Rheinhafen bei Niedrigwasser

Rheinhafen bei Niedrigwasser

Spinnangel im Rheinhafen

Spinnangel im Rheinhafen

Die oben genannten Punkt mögen euch zur Orientierung dienen und variieren selbstverständlich in Abhängigkeit von der Angelstelle und den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort.

Definitiv solltet ihr euch Zeit nehmen und beide Gewässertypen ausgiebig beobachten und beangeln. Der Rheinhafen schneidet hier scheinbar schlechter ab, doch das täuscht.

Für den Hafen spricht vor allem, dass hier die Raubfische ab dem Frühjahr den Brutfischen hinterherziehen und damit für uns als Angler attraktiv werden.

Welche Faktoren sind für das Angeln in beiden Bereichen unerlässlich?

Neben der Wassertemperatur ist die Kenntnis über den Wasserstand erheblich. Erstere könnt ihr beispielsweise bei den Landesanstalten für Umwelt nachschauen.

Hier werden in der Regel aktuelle Werte gemessen und grafisch ausgewertet. Interessant sind ebenso die Werte für den Sauerstoffgehalt des Wassers und den der Trübung.

Für die unterschiedlichen Pegelmesspunkte gibt es bereits Apps, die euch den aktuellen Stand, nicht nur für den Rhein, sondern auch alle anderen größeren Flüsse, anzeigen.

Pegelkarte Rhein

Pegelkarte Rhein

Unerlässlich wie wir finden, damit man nicht nur an der Angelstelle, sondern auch beim Angeln selbst keine Überraschung erlebt. Wir nutzen hierzu die Seite der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg, um über den aktuellen Pegel und die Tendenz auf dem Laufenden zu bleiben.

Pegel-Online APP

Mit dem richtigen Angelgeschirr erfolgreich am Rhein

Der Rhein ist der größte Strom Deutschlands und ist durch die Rheinbegradigung ein ziemlich schnell fließender Fluss geworden. In unserem Angelgebiet ist dies besonders deutlich, prägt aber ein Großteil des Gesamtbildes des Flussverlaufs.

Zwar schwächen die Buhnen die Strömung entscheidend ab, doch im Hauptstrom selbst braucht ihr stabiles Gerät, damit ihr dort fischen könnt. Wir angeln zumeist im Bereich der Buhnen mit einfachen Rhino-Teleruten , die eine Länge von etwa 3m haben. Alternativen wären ebenso Match- oder Feederruten mit größeren Wurfgewichten, die der Strömung Stand halten.

Diesen Faktor solltet ihr nicht unterschätzen, da kleine wie große Schiffe für zusätzliche Bewegung im Wasser sorgen. Da sich das Wasser zum Sommer in der Regel stetig erwärmt, ziehen auch die Fische in die flacheren Buhnenabschnitte und lassen sich dort mit leichteren Varianten von Winkelpicker, Feeder- und Matchrute fangen.

Niedrigerer Wasserstand eröffnet neue Möglichkeiten

Wenn der Wasserstand unterhalb der Buhnen liegt, ist ebenso das Angeln mit der Pose möglich, weil die Strömungsgeschwindigkeit insbesondere im Strömungsschatten hinter der Buhne deutlich geringer ist. Damit konnten wir bereits in den ersten Aal dieses Jahr überlisten.

Spinnangel im Rheinhafen

Spinnangel im Rheinhafen

Am Rheinhafen kann, muss aber nicht, das Angelgeschirr etwas leichter gewählt werden. Wir haben uns angewöhnt, nicht unbedingt die Ruten und Rollen, dafür aber die Montage, z.B. mit leichteren Bleigewichten, anzupassen. Die Wasserbewegung ist hier deutlich geringer als im Hauptstrom oder zwischen den Buhnen.

Mit der Spinnrute am Rheinhafen

Mit der Spinnrute am Rheinhafen

Den größten Unterschied machen wir am Rheinhafen mit dem Einsatz von Posenangeln, die wir gerne auch nachts zum Aalangeln benutzen. Hier genügt eine einfache Montage mit Knicklichtpose und Stopperperlen, die man auf die zu beangelnde Wassertiefe einstellt, dahinter ein Kugellaufblei und z.B. ein Aalhaken als Vorfach.

Jagende Barsche finden und flexibel sein

Ebenso wie am Rhein direkt sind im späten Frühjahr tausende Jungfische an den Uferbereichen zu beobachten.  Gerade zum Abend hin kann man hier regelrechte Fressattacken der Barsche erleben, die sich in die Jungfischschwärme stürzen.

Das ist dann die Zeit, wo man seine Spinnrute auspacken und einen kleinen Köder, z.B. Spinner, Blicker oder Gummifisch  montiert und immer mit einem schönen Barschbiss rechnen kann. Mit Posenangeln und Tauwurm als Köder lassen sich abends ebenfalls bestens die Stachelritter befischen.

Fischbrut im Rheinhafen

Fischbrut im Rheinhafen

Beobachtet dabei immer die Wasseroberfläche und seid flexibel, was die befischte Wassertiefe angeht. In dieser Zeit haben wir immer beide Angelmethoden im Einsatz.

Um nochmal auf den Punkt mit dem Niedrigwasser zu sprechen zu kommen: Nutzt diesen Zustand sowohl im Fluss als auch im Hafen aus, um euch ein Bild von sonst verborgenen Gewässerstrukturen zu machen. Seien es tiefere Löcher oder Rinnen zwischen den Buhnen oder einzelne Krautfelder – hier finden die Fische Unterschlupf und ein Jagdrevier.

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