Forellen aus kleinen Gewässern Teil II

In ersten Teil der Beitragsserie „Forellen aus kleinen Gewässern Teil I“ haben wir euch bereits die ersten Schritte zum erfolgreichen Angeln auf den scheuen Raubfisch gezeigt. Wir möchten euch nun etwas näher an unsere Fangmethoden und -versuche heranführen.

Bachforelle Swinow

Bachforelle Swinow

Event Image

Forelle aus der Sude

Was sind unsere wichtigsten und fängigsten Köder?

Wann setzen wir sie wie ein und was für alternative Methoden gibt es, um Forellen erfolgreich zu überlisten?

An dieser Stelle möchten wir euch gerne erneut auf die 4 wichtigsten Faktoren aufmerksam machen und wir ihre eure Köder darauf einstellen könnt:

Wetter (v.a. Bewölkung, Temperatur, Niederschlag)

Es gibt Köder, die fangen bei jedem Wetter: Der Spinner. Dieser Köder verleitet die Forellen zum Biss, wenn andere Köder keinen Erfolg brachten. Bei klarem oder bewölkten Wetter wird der Spinner immer wieder fleißig das Sonnenlicht reflektieren und einen besonderen Reiz für die Fische ausüben.

Kunstköder

Kunstköder

Köderbox Gummifische

Köderbox Gummifische

Scheint die Sonne einmal nicht, übt der Spinner seinen anderen Reiz durch die bei der Rotation erzeugten Druckwellen aus. Natürlich ist das auch bei der Schönwetter-Variante der Fall, kann aber den Unterschied zu anderen Ködern bei kaum oder gar keinem Sonnenschein markieren.

Wir haben nicht nur bei Forellen, sondern auch Hechten, Barschen und Döbeln beobachtet, dass die kleinen Spinner die Erfolgsköder schlechthin sind. Sie lassen sich auch in flachem Wasser einfach führen. Als Alternative empfehlen wir kleine Gummifische mit leichtem Bleikopf, die ihr in Sprüngen über den Grund führen oder einfach einholen könnt.

Pegelmarke am Müllergraben

Pegelmarke am Müllergraben

Wasserstand (ablesbar an Pegelmarken)

Ist der Pegel etwas niedriger, sind Spinner in den Größen 1 oder 2 immer noch die beste Option. Bei mittlerem bis leicht erhöhten Wasserstand könnt ihr sie gerne  eine Nummer größer wählen. Wir empfehlen außerdem kleine Blinker, die v.a. bei klarem und bewölktem Wetter durch ihre Lichtreflexionen einen tollen optischen Reiz für die Forellen ausüben.

Forellen jagen natürlich auch gerne kleine Fische, weshalb ihr definitiv kleine Gummifische mit in eurer Köderbox dabei haben solltet. Je nach Wassertiefe vor Ort wählt ihr einen kleinen Bleikopf (bis 5g) oder einen größeren (bis max. 10g) aus, was für die meisten kleineren Gewässer ausreicht.

Dort waren diese Köder absolut ausreichend. In größeren Gräben oder an tieferen Stellen sind kleine Wobbler ein zusätzliche Option, die wir bei unseren nächsten Ausflügen testen werden. Sie sollten dabei nicht allzu tief laufen – etwa 0,3 – 1,0 m – je nach Wasserstand. Geeignet Wobbler erkennt ihr an der Tauchschaufel.

Je steiler diese vom Wobblerkörper absteht, desto flacher läuft dieser. Diese Angaben findet ihr aber ebenso auf den Produktpackungen.

Vegetation und Hindernisse vor Ort und im Wasser

Ist der kleine Bach, an dem ihr angeln möchtet, von Wasserpflanzen gänzlich durchzogen oder gibt es nur abschnittsweise Vegetation. Je nachdem, welche Bedingungen ihr vor Ort vorfindet, passt ihr eure Köder an. Gummifische mit Einzelhaken sind definitiv die bessere Wahl, wenn ihr euch durch die Bewuchslücken hangeln müsst.

Renaturierung an der Swinow

Renaturierung an der Swinow

Bei freien Abschnitten kann dann wieder zum Spinner, auch eine Nummer größer, gegriffen werden.  Unserer Erfahrung nach haben sich die meisten Forellen an bzw. vor freien Stellen an der Ufervegetation aufgehalten. Beachtet, dass Ihr beispielsweise einen Gummifisch länger am Angelplatz halten könnt, als einen Spinner.

Manchmal wird dieser Grundsatz aber auch über den Haufen geworfen, wenn die die Fische sofort aggressiv auf den Eindringling reagieren. Eigentlich müsste man das Wort „Vegetation“ so in Anführungszeichen setzten, denn nicht nur die natürlich Hindernisse sind wichtig, sondern auch die menschengemachten: Brücken und Durchlaufrohre.

Forellen im Durchlauf

Forellen im Durchlauf

Die Forellen finden hier Schutz und fühlen sich sicher. Hier solltet Ihr unbedingt ein paar Würfe machen. Wenn nach 3 – 4 Versuchen noch immer kein Fisch hängt, ist dort sehr wahrscheinlich keiner. Am besten sucht ihr euch im Vorfeld über Google Maps diese Hotspots raus und fahrt sie einfach an.

Verhalten am Gewässer

Jeder Angler kennt dieses Problem. Erst hat man aus etwas Entfernung ein paar schöne Forellen ausgemacht und kaum nähert man sich zwei weitere Schritte sind diese fluchtartig verschwunden. Wie kann man das verhindern? Die naheliegendste Lösung: Bewegt euch noch vorsichtiger, achtet auf euren Schatten und überlegt, ob ihr die Fische nicht auf Distanz überlisten könnt.

Damit meinen wir: Schnappt euch zum Beispiel eine Stippangel mit einer einfachen Posenmontage. Lasst den Köder dann unter die überhängende Uferböschung oder vor den Fischen entlangtreiben. Als Köder nehmen wir Maden, Mistwürmer, Tauwürmer oder Tauwurmstückchen und Bienenmaden.

Vorsichtige Pirsch

Vorsichtige Pirsch

Mit Alternativen zum Erfolg

Schwierig wird es, wenn das Gewässer ziemlich flach und auch noch schmal ist und nur wenige Hotspots vorhanden sind. Eine Lösung ist es, auf Pose und Blei zu verzichten und nur die Schnur mit Haken zu verwenden. Das Ganze bezeichnet man als sogenannte Freeline-Montage, also „freie Leine“ an deren Ende ein Haken befestigt ist.

Selbstverständlich könnt ihr dazu statt der Stipprute auch eine Wurfangeln verwenden. Das Eigengewicht des Köder reicht aus, um ihn auf Distanz zu bringen – ein bisschen üben müsst ihr aber schon. Hier solltet ihr dann auch eine längere Rute nehmen, einfach um besser auswerfen zu können.

P1120275 (Medium)

Forellenangeln an der Swinow

Alle Ruten ab 2,70 m sind dazu bestens geeignet, in Abhängigkeit natürlich davon, wie ihr damit an der Angelstelle zurecht kommt, was ihr aber zuvor bereits geprüft habt. Eine Angelmethode ist noch übrig: Das Fliegenangeln – die Königsdisziplin. Wir müssen allerdings zugestehen, dass wir diese Methode bisher noch nicht zum Einsatz gebracht haben.

Die kleinen Gewässer, welche wir beangelt haben, sind an den meisten Abschnitten dafür eher ungeeignet. Die Fliege ist ein top Köder, der dem natürlichen Jagdverhalten der Forellen am nächsten kommt und sicher den ein oder anderen Fisch bringt, wenn andere Methoden scheitern.

Wir werden das Fliegenangeln an kleinen Gewässer als zukünftige Herausforderung im Hinterkopf behalten und euch unser Feedback mitteilen.

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